Die Geschichte des SV Zernien

Historie

Aufbruch (nach dem 2. Weltkrieg)
Wer dachte in den ersten Jahren nach dem Weltkrieg an Sport: Hatte man nicht andere Sorgen? Die Einwohnerzahl des Landkreises war durch die Flüchtlingsströme aus dem Osten auf das Doppelte der Vorkriegszeit angewachsen. Fast 80.000 Menschen mussten in Volksküchen versorgt werden.

Niedersachsen gehörte zur britischen Besatzungszone. Die Engländer bestimmten auch den Spielbetrieb der sich neu organisierenden Vereine. Zunächst mussten alle vor der Kapitulation bestehenden Organisationen (Verbände und Vereine) aufgelöst werden, dann genehmigten die Regierenden neue, demokratisch aufgebaute Sportvereine. Verboten blieben aber Sportarten mit militärischem Charakter wie Schießen und Fechten. Oberst Allen, ein dem Sport aufgeschlossener Kommandeur, verhalf schon sehr schnell nach dem Ende des Krieges den ersten Vereinen auf lokaler Ebene dazu, ihren Spielbetrieb provisorisch wieder aufzunehmen. Fußballspiele mit den englischen Soldaten der Besatzungsmacht wurden mit Sondergenehmigungen ausgetragen.

Der Fußball und der sportliche Geist waren es, der damals das erste Stück Normalität in den Alltag brachte; die Menschen konnten für ein paar Stunden den eigenen Sorgen entfliehen, neue Kraft schöpfen. Es ging dann rasch aufwärts. Der Fußball lief wieder auf vollen Touren, inzwischen ohne lokale Grenzen. Wustrow spielte in der Verbandsliga, Lüchow und Hitzacker in der Heidebezirksliga. Auf Kreisebene kämpften Liepe, Schnega, Dannenberg, Neutramm, Gartow, Breese, Breselenz, Karwitz, Wustrow II, Bergen, Gorleben, Clenze, Schnackenburg, Dangenstorf, Wietzetze, Post Lüchow und ab Mitte 1949 Zernien um Punkte.

Der Fußball schickte sich an zum sportlichen Aufsteiger der Nation zu werden. Die Flüchtlingsströme hatten für den Fußball auch ihr Gutes, verschlug es doch viele Talente nach Norddeutschland. Auch bei uns verstärkten die Hiergebliebenen aus dem Osten die Mannschaften.

Vereinsgründung
Im Frühjahr 1949 trafen sich Hans Lahmeyer, Robert Warnik, Max Piper, Helmut Woytal und Wilhelm Lühr im Gasthaus zur Deutschen Eiche und gründeten den Sportverein Zernien. Auch der Gründungsball wurde dort beim damaligen Vereinswirt Wilhelm Lühr gefeiert. Der Spiel- und Sportbetrieb fand auf einer sportplatzähnlichen Fläche im Bereich der Gartenstraße statt. Improvisation war an der Tagesordnung, aber Spiel und Spaß bei Wettkämpfen und Ballspielen sorgten dafür, dass die Zerniener Sportbewegung auch über die Gemeindegrenzen hinaus viel Beifall und Anerkennung erntete.

Sportanlagen und Sportbetrieb
Hans Lahmeyer, Mitbegründer, wurde der erste 1. Vorsitzende des Vereins. Ihm war es zu verdanken, dass der SVZ ständig wachsende Mitgliederzahlen verzeichnen konnte. Fuß- und Prellball standen in den ersten Jahren des Vereins im Mittelpunkt der sportlichen Aktivitäten. Austragungsort war ein am Räuberberg durch Eigenarbeit der Mitglieder hergestellter Sportplatz. Aber dieser „Acker mit zwei Toren“ entsprach noch nicht den Anspruch eines Fußballplatzes. Da die erste Fußballmannschaft 1952 in die Bezirksklasse aufstieg, stellte der damalige Vereinswirt Heinrich Schulz dem Verein eine Wiese an der Timmeitzer Straße zur Verfügung. Endlich konnten die Zerniener Fußballspieler auf Gras spielen! Eine Saison später wurde wieder in der Kreisklasse gespielt. Dann ging es in der Entwicklung des Vereins schnell weiter voran. Ballspielgruppen, die Tischtennisabteilung und vor allem später die sehr erfolgreiche Leichtathletikabteilung bildeten den sportlichen Aufstieg unseres Vereins.

Anfang der siebziger Jahre erhielt unser Sportverein Zernien dank des großartigen Einsatzes vom damaligen 1. Vorsitzenden und Bürgermeister Rudi Nebel einen neuen Sportplatz und eine Sporthalle an der Grundschule. Gymnastik und andere Hallensportarten konnten nun auch in der Winterperiode betrieben werden. Der neue Sportplatz an der Schulstraße erwies sich leider wenige Jahre nach der Inbetriebnahme als unbrauchbar. Auf der Seite der Schulstraße war er sehr trocken und zum Lipser Moor hin versank man im Morast. In 1979 wurde ein neuer Platz, wieder an der Timmeitzer Straße, eingeweiht. Jetzt war endlich ein Platz gefunden, der allen Ansprüchen eines guten Fußballrasens entsprach. Mit dem im Jahr 1984 parallel angelegten 2. Spielplatz ist die Anlage nun eine hervorragende Stätte für die sportlichen Betätigungen unseres Vereins.

1986 wurden von den Vereinsmitgliedern Unterstellmöglichkeiten für unsere Zuschauer geschaffen, in der auch Platz für den Bratwurststand und Getränkeverkauf vorhanden ist.

Im Jahre 1999, unserer Fünfzig-Jahr-Feier, wurde unser Sportlerheim errichtet, das ein ehemaliges Lagergebäude auf dem Bahnhofsgelände war. Dieses wurde in vorbildlicher Weise von den Vereinsmitgliedern, ob in Mitarbeit oder durch Geldspenden, umgebaut und zu einem Prachtbau entwickelt. So ist die Gesamtanlage zu einem wahren Kleinod geworden, die es lohnt, jetzt und in Zukunft zu bewahren, zu schützen und durch Pflege zu erhalten.

Im Jahre 2005 folgte der nächste Meilenstein. Die Sporthalle wurde als Umkleidekabine für Spieler und Schiedsrichter durch einen modernen Neubau direkt an der Sportanlage abgelöst. Neben 4 Umkleidekabinen mit Dusche beherbergt der Bau im zweiten Stock eine Sauna mit Ruheraum und Terrasse, ein Solarium und das Vorstandszimmer.

Hierbei handelt es sich nicht um ein Umbau, sondern der Neubau wurde durch tatkräftige Mithilfe von Jung und Alt vom Grundriss an in Eigenarbeit erbaut.